Zwischen Kauflust und Kaufsucht – ein Porträt

BRD, 2014
Dauer: 4:30 min
Ein Beitrag von Florian Beck und Christian Schnelting

Eigentlich hätte Katrin Becht sich den Ring für 1000 Euro wirklich verdient. Den versprach ihr ihr Mann, sollte sie ihren selbst auferlegten Konsumverzicht durchhalten: 12 Monate keine Klamotten kaufen. Katrin Becht kann sich noch gut an die Zeit vor ihrem Experiment erinnern: wenn der Stress in der Arbeit zu viel wurde, dann kaufte sie sich schnell mal online Kleidung oder Accessoires; wenn die Woche mal wieder der Horror war, dann war am Wochenende shoppen angesagt - und der Stress war oft zu viel. Irgendwann zog die heute 35-Jährige die Notbremse: Kein Internet-Shopping, keine Boutiquen-Invasionen, 12 Monate lang. Katrin Becht hielt durch - und obwohl das Experiment jetzt schon über 12 Monate zurückliegt, spürt die Münchnerin noch immer die Folgen: "Mein Kleiderschrank ist noch immer übersichtlich ", meint sie. "Heute überlege ich mir dreimal, ob ich ein Stück überhaupt brauche." Außerdem hat Katrin Becht in Zeiten der Enthaltsamkeit gelernt, sich selbst zu helfen: "Ich habe das Handarbeiten angefangen. Da bin ich zwar kein Genie, aber für gehäkelte Schals und Mützen reicht es - und irgendwann möchte ich auch noch Nähen lernen." Ein Thema treibt sie allerdings sehr um: Ihr Beruf als PR-Consultant in der Lifestylebranche bedingt, dass sie auch Produkte vertritt, die ihr privat nicht mehr wirklich am Herzen liegen. Eine Lösung für dieses Dilemma weiß sie noch nicht. Den versprochenen Ring hat sie übrigens nicht bekommen - weil sie ihn nicht mehr wollte: "Er ist einfach zu teuer."

Zwischen Kauflust und Kaufsucht – ein Porträt
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