Die Ziegenlady

Zu Besuch bei einer Hirtin

BRD, 2020
Dauer: 15:00 min
Eine Sendung von Florian Beck und Christian Schnelting

Es gibt noch Arbeitsplätze, die vom Corona-Virus nicht betroffen sind: das Biosphärenreservat Rhön im Herzen von Deutschland umfasst eine Fläche fast so groß wie das Saarland – und wenn es auf den geschützten Grünflächen sprießt und wächst, dann sind sie da: mehrere hundert Ziegen von Elisabeth Sandach. Monatelang wandern sie - geleitet und begleitet von der 52-jährigen Hirtin - durch die weite Mittelgebirgslandschaft und rücken mit ihrer Vorliebe für Blatt und Rinde Verbuschungen einer artenreichen Landschaft zu Leibe. Im Jahr 2000 hat die gelernte Schäferin die Ziegenherde aufgebaut - und kann sich der Faszination ihrer „Mitarbeiter“ schon lang nicht mehr entziehen. „Das sind Empathiemonster“, meint die Hirtin, „die wissen genau, was ich von ihnen will – und entscheiden selbst, ob sie sich darauf einlassen“. Da funktioniert die Arbeit nur im Miteinander. Eigentlich müsste Elisabeth Sandach jedes Jahr einen Teil ihrer Herde weggeben, um einen Teil ihres eigenen Lebensunterhalts zu bestreiten. Doch „ich habe mich vor ein paar Jahren entschieden, meine Ziegen nicht mehr schlachten zu lassen“. Damit bezeugt Elisabeth Sandach ihren vierbeinigen Mitarbeitern Respekt – und bewahrt sie vor einer Schlachtindustrie, wo die Würde des Mitgeschöpfs in Elisabeth Sandachs Augen missachtet wird. Die wirtschaftlichen Einbußen, die sie wegen dieser Haltung erleidet, sind groß. Doch der Verzicht ist es ihr wert, um mit ihrem Gewissen im Reinen zu sein und ein Zeichen zu setzen gegen die „Verdinglichung“ von Tieren. Schließlich sind sie Teil der Schöpfung.

Die Ziegenlady
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