Wieviel Heimat braucht das Glück?

- vom Bleiben und unterwegs sein

BRD, 2013
Dauer: 28:00 min
Eine Sendung von Florian Beck und Christian Schnelting

Ganze Sendung zum Thema: Wie viel Heimat braucht das Glück?

Die Welt wird immer kleiner, der Ferntourismus bringt uns alle Ecken der Erde näher – und die Globalisierung macht uns alle zu Weltbürgern. Brauchen wir da Heimat eigentlich noch? Was ist sie uns wert? Was macht sie aus? Will man sich der Tümelei entziehen, kann Ausgangspunkt dieser Spurensuche der Flughafen München sein, wo viele Menschen Heimat zurücklassen, in die Heimat zurückkommen – und auch manche Menschen ihre Heimat haben. Andrea Ballschuh begibt sich auf die Suche nach den Spuren von Heimat an einem Ort, wo einem durch Weggehen, Wegfliegen Heimat auch bewusst wird. Dabei trifft sie Menschen, die das Thema Heimat aus unterschiedlicher Perspektive beleuchten. So erläutert Alexander Wandinger, Leiter des Trachteninformationszentrums des Bezirks Oberbayern, der Trachtenvereine bei der Entwicklung oder Fortentwicklung ihrer Heimattracht berät, warum Heimatgefühl so erfolgreich vermarktet wird, wo Heimat anfangen und aufhören kann – und zeigt auf, was Mode und Tracht gemeinsam haben und was nicht. Im Gespräch mit Gabriele Pace, Pfarrerin und Seelsorgerin am Flughafen München, erfährt Andrea Ballschuh, warum der Flughafen manchmal ein Un-Ort ist – und was man diesem Gefühl der Heimatlosigkeit entgegensetzen kann. Zum Abschluss ihres Besuches am Flughafen trifft Andrea Ballschuh die Mitglieder eines Stammtisches im „Airbräu“, der Dorfgaststätte des Flughafens.

In den Beiträgen treffen wir unter anderem Jonathan Brown, der vor rund 30 Jahren aus den USA kam und sich im Allgäu niedergelassen hat. Mittlerweile ist Jonathan Brown hier heimisch geworden – und spielt in Allgäuer Tracht das Alphorn. Bei Besuchen in seiner alten Heimat merkt er allerdings immer wieder, dass ihn auch dort das Heimatgefühl ereilt. Außerdem begleiten wir Udo Stürmer, der nicht nur Direktor eines der Hotels am Münchner Flughafen ist, sondern diesen auch zu seiner Heimat auf Zeit gemacht hat. Dabei hat er sich bewusst gegen tägliches Pendeln in seine Geburtsstadt Nürnberg entschieden, um dem Leben am Flughafen eine Chance zu geben. Anders ist Thomas Hartmann vorgegangen: der Physiker nimmt täglich drei Stunden Pendelzeit nach München und zurück in Kauf, um sich seine Heimat im Voralpenland zu bewahren. Für Jahre hat Thomas Hartmann mit seiner Familie weit weg seiner oberbayerischen Heimat gewohnt – und dann die bewusste Entscheidung getroffen, dorthin zurückzukehren. Davon konnte ihn auch die lange Pendelzeit nicht abhalten. Außerdem statten wir dem Grandhotel Cosmopolis in Augsburg einen Besuch ab, wo derzeit eine neue Heimat für Künstler, Gäste und Flüchtlinge entsteht. Ein Team Ehrenamtlicher und Künstler will in einem ehemaligen Altenheim im Herzen Augsburgs ein gesellschaftsveränderndes Projekt zwischen Bürgerinitiative, Künstlerquartier und Völkerverständigung, eine Heimat für Künstler, zahlende Gäste und Asylbewerber schaffen: Die ersten Künstler haben das ehemalige Altenheim schon bezogen, die ersten Hotelzimmer sind renoviert, internationale Gäste haben sich auch schon eingefunden – und im Sommer sollen die ersten Asylbewerber offiziell einziehen. Der Hausherr, das Diakonische Werk Augsburg, ist begeistert – und das Projekt hat jetzt schon eine Menge Preise eingeheimst.

Wieviel Heimat braucht das Glück?
zuletzt im TV:
  • 25.03.2013, 12:15 Uhr - 3sat
    sonntags, TV fürs Leben
  • 24.03.2013, 09:02 Uhr - ZDF
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