Vergessene Helden

zum Buß- und Bettag 2020

Dokumentation für das ZDF

BRD, 2020
Dauer: 0:15 min
Eine Sendung von Florian Beck und Christian Schnelting

Vor ein paar Monaten wurden sie aufs Schild gehoben: Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen. Heute scheint das Schild eingepackt – und selbst um versprochene Boni müssen die „Helden“ kämpfen. Was macht diese Erfahrung mit den Menschen, die sich Tag für Tag für ihre Mitmenschen einsetzen? Haben die Erlebnisse der Coronazeit ihre Haltung verändert? Für Ursula Uhlig kam es im Lockdown besonders heftig: die 62-Jährige leitet ein Altenheim mit 90 Plätzen – und kämpfte nicht nur mit neun Fällen von Corona und einem coronabedingten Todesfall im Haus. Sie selbst erlebte am eigenen Leib, wie schmerzhaft eine Quarantäne wegen Corona sein kann. Denn Ursula Uhlig verordnete sich selbst Quarantäne, um ihre Heimbewohner und ihr Umfeld zu schützen. Wochenlang sah sie ihre 79-jährige Mutter nicht, die in dieser Zeit schwer erkrankte. Wie schnell nach der Lockdownphase die Begeisterung der Mitmenschen für die „Coronahelden“ nachgelassen hat, überrascht Ursula Uhlig nicht. „Das Klatschen ist vorbei und die Pflege hat nicht an Ansehen hinzugewonnen.“ Diesen Eindruck unterstreicht der Gesundheits- und Krankenpfleger Mark Müller. Der junge Mann hat die Ausbildung vor sieben Jahren mit Begeisterung begonnen – und ist nach dem Lockdown nur noch frustriert. Als der Applaus versiegte und die Arbeitsbelastung wegen der nachzuholenden Operationen eher mehr wurde als vor dem Lockdown, „hatte ich das Gefühl, dass unsere Arbeit damit noch mehr abgewertet wurde.“  Mark Müller überlegt ernsthaft, ob er in diesem Beruf noch weiterarbeiten will. Auch Ursula Uhlig stand und steht immer wieder am Rand ihrer Möglichkeiten. Die nötige Kraft zu mobilisieren gelingt der Diakonin nur dank ihres Glaubens: „Ich spüre, dass da jemand Vertrauen in mich setzt, mich trägt und das stärkt mich“.

Vergessene Helden
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